Aus unserem Gemeindebrief  
März - Juni 2005

 Grußwort von Pfarrer Kammerer

Christus ist gestorben und lebendig geworden,
um Herr zu sein über Tote und Lebendige.
(Römer 14, 9)

  Liebe Gemeinde,

die Botschaft von Tod und Auferstehung ist nicht, wie man vermuten könnte, eingebettet in eine theologische Betrachtung zum Leiden, Sterben und zur Auferstehung Christi. Vielmehr steht er mitten in einer Ermahnung des Apostels Paulus über das Verhalten in der Gemeinde, wenn sich unterschiedliche Meinungen und Haltungen auftun. Er bezeichnet sie als Schwache und Starke (im Glauben).

 Wie gehen wir miteinander um? Das ist die Frage in unserem Abschnitt. Paulus legt Wert darauf, dass keine für sich selbst lebt. Verschieden lebende christliche Gruppen in der Gemeinde sollen einander voll anerkennen und annehmen. Darauf will Paulus hinaus. Christen sind nicht allein auf sich bezogen, weder im Leben noch im Sterben. Wenn der Tod die Glaubenden schon nicht trennen kann, wie viel mehr gilt das dann für die geringfügigen Grenzen, die die „Schwachen“ und die „Starken“ gegeneinander sehen und aufrichten.

Nach dieser Botschaft zu Tod und Auferstehung lesen wir im Brief an die Gemeinde in Rom die beschwörende Frage: „Du aber, was verurteilst du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder?“

 Die Botschaft von Karfreitag und Ostern ist nicht nur trockene Glaubenswahrheit, sondern bekommt ethische Relevanz. Der Herr, von dem Paulus spricht, ist der, der uns in einer Welt der Zwänge, Ängste, Vorurteile und des Todes von diesen uns versklavenden Mächten befreit. Diesen Herrn zu bekennen, ist mehr als eine Einladung zur Pflege der Innerlichkeit und keine Aufforderung zum „Gott genießen“ (Augustinus). Dieses Bekenntnis bedeutet auch, in  seiner Nachfolge weltzugewandt zu leben, in Solidarität mit denen, deren Lebensraum beschnitten ist. Das heißt, mit dem Herrn das Leiden der Welt zu teilen, aber auch mit ihm dem Tod frech ins Gesicht zu rufen: „Tod, wo ist dein Stachel?“

Es blieb nicht beim Karfreitag, es wurde Ostern. Das gibt uns Mut, gegen die Mächte des Todes aufzutreten, wo immer und wie immer sie anzutreffen sind.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder durch diesen Sieg des Lebens über den Tod neue Kraft bekommen, sich für das Leben einzusetzen

Ihr Pfarrer Kammerer

AUS  DER  GEMEINDE

 

HAUSABENDMAHL

Gemeindemitglieder, die gerade in der Zeit vor Ostern gerne das Heilige Abendmahl feiern wollen, jedoch nicht mehr zum Gottesdienst kommen können, mögen sich doch bitte im Pfarramt melden.

Pfarrer Kammerer kommt dann ins Haus. Schön ist es, wenn Familienangehörige oder Nachbarn mitfeiern. Es geht aber auch allein.

 

Veränderungen in der Kirchengemeinde Freiburg

Die Lenkungsgruppen für die neue Struktur der Kirchengemeinde Freiburg arbeiten seit Herbst letzten Jahres.

Nach dem Beschluss des Kirchengemeinderates vom Juli 2004 wurden in Freiburg vier Pfarrunionen gebildet

Vorgeschlagen wurde, dass die Petrusgemeinde in der Union Freiburg-Süd-West und die Paulusgemeinde in der Union Freiburg-Nord mitarbeiten soll. Die Ältestenkreise der Paulus- und der Petrusgemeinde haben beschlossen, sich der Union Freiburg-Ost anzuschließen

So arbeiten jetzt in unserer Gruppe für die Union Freiburg-Ost Älteste und Hauptamtliche aus der Auferstehungsgemeinde (Littenweiler), der Christusgemeinde (Wiehre), der Friedensgemeinde (Oberau/Waldsee/Wiehre), der Matthias-Claudius-Gemeinde (Günterstal), der Paulusgemeinde (Innenstadt) und der Petrusgemeinde (Wiehre) mit.

Der endgültige Beschluss über die Größe der Unionen wird in der Sitzung des Kirchengemeinderates am 18. März gefasst. (Wenn der Gemeindebrief erscheint, wird der Beschluss schon gefasst worden sein.)

Der Kirchengemeinderat empfiehlt den einzelnen Ältestenkreisen, den Unionen in der Rechtsform einer Pfarrgemeinde zuzustimmen.

Da die Einrichtung eines Gruppenpfarramtes -und nur das ist in der Union als Pfarrgemeinde möglich- vom Ältestenkreis beschlossen werden muss, liegt es jetzt an den Ältestenkreisen, die neue Struktur der Kirchengemeinde voran zu bringen.

Das ist der gegenwärtige Stand der Diskussion. Wir werden jeweils im Gemeindebrief über den neuesten Stand unterrichten. Bald wird es auch möglich sein zu informieren, was die neue Struktur für das Leben der jetzigen Gemeinden wie die Christusgemeinde oder die Matthias-Claudius-Gemeinde bedeutet. Sicher ist z. B.: es werden auch weiterhin Gottesdienste in der Christuskirche sein; die Kirchenmusik auf höchster Qualitätsstufe wird weiter an der Christuskirche beheimatet sein. Das Gemeindeleben wird nicht zerstört, auch nicht gestört, werden.

Wir gehen spannenden Zeiten entgegen. Ich bin voller Zuversicht, dass die neuen Strukturen auch ganz neue Impulse für das Gemein-deleben in den einzelnen Stadtteilen geben können.  

Wolfgang Kammerer

 

„Demenzkranke und ihre Angehörigen nicht alleine lassen“...

.... ist unser Anliegen !

Deshalb bieten wir eine Schulungsreihe an zum Thema:

für Nachbarschaftshelferinnen und Interessierte aus den Kirchengemeinden:

Schulungstermine:

wöchentlich montags und mittwochs

 vom 06.06.2005 bis 04.07.2005

Abschlussgespräch und Zertifikatverleihung
Montag 04.07.2005

Für die Unterstützung von Demenzkranken und Ihren Angehörigen ist neben Einfühlungsvermögen und Geduld, konkretes Wissen über die Krankheit wichtig. Schulungsinhalt sind deshalb Informationen zum Krankheitsbild, Informationen zu verschiedenen Methoden und Möglichkeiten im Umgang mit Erkrankten wie z.B. Validation, biographischer Ansatz usw.. Auch rechtliche und pflegerische Aspekte werden berücksichtigt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der:

Nachbarschaftshilfe der Diakonie
Dreisamstrasse 3
79104 Freiburg

T. 3 68 91-152 / -156

Bischof Dr. Wolfgang Huber,
Ratsvorsitzender der EKD

Er ist Vorsitzender des Rats der EKD und somit oberster Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland. Bischof Wolfgang Huber ist von seiner Herkunft ein Badener. Der promovierte Theologe ging in Freiburg auf die Schule und studierte unter anderem in Heidelberg. Nach einer kurzen Zeit als Pfarrer im Württembergischen, widmete sich Wolfgang Huber der Theologischen Wissenschaft und kehrte als Professor für systematische Theologie an die Universität Heidelberg zurück.
1994 wurde er Bischof von Berlin-Brandenburg, wo ihn die kirchliche Aufbauarbeit im Ost-West-Verhältnis besonders reizte. Mittlerweile ist der Bischof auch für die schlesische Oberlausitz zuständig. Das ist eine Besonderheit der Evangelischen Kirche in Deutschland: Ihr höchster Repräsentant ist gleichzeitig auch Bischof einer Landeskirche.

Herr Bischof Huber, was macht Ihnen am Bischofsamt am meisten Freude? Welche Momente, welche Begegnungen sind es, die diese Freude ausmachen?
Die Begegnung mit den Gemeinden, mit den Menschen vor Ort, in Stadt und Land. Und vor allem natürlich bei Gottesdiensten, bei festlichen Anlässen. Es ist wunderbar, die Offenheit der Menschen zu erleben. Die Freude darauf, miteinander ein Fest zu feiern, auf die gute Botschaft von Gottes Nähe zu hören. Das ist für mich der Kern des Bischofsamts. Insofern ist der Bischof im Kern tatsächlich ein Pfarrer.

Was stört Sie am Bischofsamt? Wann haben Sie zuletzt gedacht, ach wäre ich doch Professor an der Uni geblieben?
Das habe ich, ehrlich gesagt, nie gedacht. Selbst in Situationen, in denen mich irgendetwas nervt, kommt mir die Schönheit dieses Amts nie aus dem Bewusstsein. Es ist natürlich mühsam und anstrengend, dass man so schnell hintereinander sich auf ganz unterschiedliche Situationen und Menschen einstellen muss. Dass man so wenig Gelegenheit hat, etwas auch nachklingen zu lassen, dass man sich manchmal in gedrängterer Form auf bestimmte Dinge vorbereiten muss, als ich das von der Kathedergründlichkeit her gewöhnt gewesen bin.

Womit kann man Sie ärgern?
Mit Unehrlichkeit kann man mich ärgern. Durch das Vortragen von Argumenten, bei denen man merkt, dass es sich um Scheinargumente handelt. In Wahrheit will der Betreffende irgend ein Interesse durchsetzen. Zuvor hatte er noch ein klares Vorurteil gegenüber einer Person, und ohne Rücksicht auf Verluste zieht er sich nun an Argumenten hoch, die auf ganz anderen Ebenen liegen. Das ärgert mich immer, das gebe ich zu, in der Kirche doppelt.

Von vielen Prominenten, mit denen ich spreche, weiß ich in der Regel nicht, wie sie in Glaubensdingen denken und was sie von Jesus oder vom Glauben oder vom Christentum überhaupt halten. Bei Ihnen kann man das voraussetzen. Oder gibt es bei einem Bischof auch Glaubenszweifel?
Natürlich gibt es Glaubenszweifel. Jedes Mal, wenn ich mit dem Tod eines Menschen zu tun habe. Wenn ich mit sinnlosen Katastrophen, mit brutalen Morden konfrontiert bin, dann bleiben mir die Worte auch erst mal im Hals stecken. Ich flüchte mich dann in die geprägte Sprache des Glaubens, weil ich mir überhaupt nicht anmaße, aus meinem eigenen Glauben heraus auf solche Situationen reagieren zu können.

Wie sprechen Sie über den Glauben zu Menschen, die diese Erfahrung nicht haben?
Ich bin erstaunt darüber, wie direkt Menschen nach dem Glauben fragen, denen wir zunächst einmal unterstellen, sie hätten dafür überhaupt keinen Sinn. Sie fragen ganz intensiv nach einer Zukunft über den eigenen Tod hinaus.
Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Menschen gibt, dem diese Frage unzugänglich ist. Jeder hat in seinem Leben mit vielfachem Scheitern, mit gebrochener Biografie, mit dem Schmerz zu tun, also damit, dass das eigene Leben nur ein Fragment ist.
Was Neubeginn ist, was die Kraft der Vergebung bedeutet, aus der heraus ich Tag für Tag neu anfangen kann, das ist eine Frage, die keinem Menschen fremd ist.  ...

(das ganze Gespräch mit H.Gerwin steht im Internet unter: www.gerwin.de)

BUCHEMPFEHLUNG

Unser Gemeindemitglied Gottfried Schramm, emeritierter Professor für Neuere und Osteuropäische Geschichte, hat im Verlag Vanden-hoek und Ruprecht, Göttingen, ein sehr interessantes Buch veröffent-licht: „Fünf Wegscheiden der Weltgeschichte. Ein Vergleich.“

Auf dem Einband heißt es:

- Im 13. Jahrhundert v.Chr. nahm unter Moses, erstmals eine Reli-gion dauerhafte Gestalt an, die sich im alleinigen Besitz der Wahrheit glaubte.

- Mit ähnlichem Vertrauen in die Wahrheit der eigenen Überzeugung löste sich später das Christentum vom Judentum.

- Mit dem Anspruch, die reine Lehre zu vertreten, trennten sich die Anhänger Luthers und Zwinglis von der Papstkirche ihrer Zeit.

- Die amerikanischen Grundleger der repräsentativen, modernen Demokratie waren durchdrungen von dem Stolz, die fortgeschrittene britische Verfassung durch eine noch bessere Ordnung zu vervoll-kommnen. Die sollte – erstmals in der Geschichte der Menschheit – auf den Prinzipien der Vernunft und Humanität beruhen.

30.  Deutscher  Evangelischer  Kirchentag in   Hannover vom   25. - 29. Mai 2005

Wie geht es weiter mit unserem Glauben, mit unserer Welt? Das werden wir im Mai 2005 in Hannover diskutieren. Und wir werden natürlich auch feiern, beten, singen, tanzen ... Ich freue mich auf Sie.“

Mit diesen Worten lädt im Faltblatt zur Anmeldung die Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche, Margot Käsmann, zum Kirchentag ein.

 Er steht unter dem Motto „...wenn dein Kind dich morgen fragt“

 Alles über den Kirchentag ist im Internet unter www.kirchentag.de zu finden.

Unter www.kirchentag.de/anmeldung ist auch eine Direktanmeldung möglich:

Weitere Informationen sind auch im Pfarramt erhältlich.

Monatssprüche:

April         Gastfrei zu sein, vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.
Hebräer 13,2

 Mai           Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
Apostelgesch. 2,42

Juni           Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen. 
Apostelgesch. 14,22